Jrazantha Camelind hat sich zu einer wahren Oase für Menschen entwickelt, die ihre Beziehung zum Essen und vor allem zu sich selbst neu entdecken wollen. Was vor einigen Jahren
als kleines Projekt begann, ist heute ein Netzwerk von Bildungsprogrammen, das Menschen hilft, achtsames Essen und bewusste Selbstwahrnehmung in ihren Alltag zu integrieren. Es geht
hier nicht nur um Theorie – wer einmal bei uns war, weiß: Es wird gekocht, geschnippelt, gelacht und manchmal auch geweint. Essen ist schließlich weit mehr als bloße Nahrungsaufnahme;
es ist Kultur, Erinnerung und, ja, manchmal auch Heilung. Die Programme wurden von Anfang an darauf ausgelegt, die Teilnehmerinnen aktiv einzubinden. Studentenprojekte nehmen dabei
einen besonderen Platz ein. Eine Gruppe hat vor kurzem ein eigenes Kochbuch entwickelt, das traditionelle Rezepte mit achtsamen Essgewohnheiten verbindet. Es war beeindruckend zu
sehen, wie viel Herzblut und Kreativität in jeder Seite steckt. Besonders berührt hat mich, wie ein Student – nennen wir ihn Jonas – durch das Projekt seine Leidenschaft fürs
Schreiben entdeckte. Vorher wirkte er oft unsicher, fast verloren. Doch als er anfing, die Geschichten hinter den Rezepten aufzuschreiben, blühte er förmlich auf. Heute studiert er
Journalismus und hat uns letztens erzählt, dass er an einer Artikelreihe über Esskulturen arbeitet. Solche Veränderungen zu sehen? Das ist unbezahlbar. Unsere Ausbildung ist keine
Einbahnstraße, in der Wissen einfach weitergegeben wird. Stattdessen setzen wir auf ein Dialogmodell, bei dem jeder Beitrag zählt – von den Dozenten bis zu den Schülern. Praktische
Übungen, wie das gemeinsame Zubereiten von Mahlzeiten oder das Erstellen eines wöchentlichen Ernährungsplans, machen den Lernprozess greifbar. Und da ist noch etwas: Wir vergessen
nie, dass hinter jedem Teller ein Mensch steht. Manchmal stellt sich bei einem gemeinsamen Essen heraus, dass jemand seit Jahren mit einem schwierigen Thema kämpft, sei es Stress oder
ein gestörtes Essverhalten. Diese Gespräche sind es, die uns daran erinnern, warum wir tun, was wir tun. Am Ende geht es nicht nur darum, wie man besser isst, sondern darum, wie man
bewusster lebt. Und ja, das klingt vielleicht ein bisschen groß, fast zu idealistisch – aber ist das nicht auch der Kern von Bildung? Zu zeigen, dass Veränderung möglich ist, wenn man
sich nur traut, den ersten Schritt zu gehen?
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